Sonntag, 12. Juni 2011

Ikarus/Ikaros


Diese Karikatur fand ich am 11.6.2011 im "Tagesspiegel". Sie zeigt einen nackten jungen Mann, der in rasanter Geschwindigkeit aus großer Höhe in die Tiefe fällt. Den Mund hat er zu einem Schrei geöffnet, und in beiden Händen hält er ein überdimensional großes Symbol für den Euro.
Über dem jungen Mann steht der Name "Ikarus".
Da denken wir doch sofort an die Sage von Dädalus und seinem Sohn Ikarus. Dädalus wollte aus Kreta fliehen, da König Minos den begnadeten Erfinder und Baumeister nicht freigeben wollte.Dädalus entschloss sich darum zu fliehen und baute für sich und seinen Sohn Flügel aus Federn, die er mit Wachs zusammenfügte. Der Vater ermahnte den Sohn, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, sondern sich genau in der Mitte zu halten und sich an seinem (des Vaters)Flug zu orientieren. Dann entfloh er mit ihm in die Lüfte. Doch Ikarus beachtete die Warnung des Vaters nicht. Er kam beim Fliegen der Sonne zu nahe, das Wachs schmolz, und er stürzte ins Meer, das seitdem Ikarisches Meer genannt wird. Dieser Mythos lässt verschiedene Interpretationen zu und regte Künstler zu allen Zeiten zur Auseinandersetzung an.
Ikarus als Symbol für den tragisch Gescheiterten? Der Sturz als Strafe für den Menschen, der sein Maß nicht kennt?
Wie seht ihr das: Spiegelt diese Karikatur mit ihrer Anspielung auf den o.g. Mythos die wahren Gründe für die derzeitige Situation in Griechenland?
Ich freue mich auf eure Kommentare.

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